Presse

November 2017 | Von Herz zu Herz

Masaa mit bahnbrechendem Musikkonzept  -  Interview mit Rabih Lahoud
(DIE SPIELZEITung No. 8 Konzerttheater Coesfeld; Nicole Nausch-Hagedorn)

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16.08.2017 | Masaa hat den Preis der deutschen Schallplattenkritik verliehen bekommen!


Wir gratulieren Masaa zur Auszeichnung ihres aktuellen Albums "Outspoken" mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik Bestenliste 3/2017 in der Kategorie Grenzgänge (Traumton).

 

"Sie entdecken das Eigene im Fremden und führen musikalische Gespräche, die sie die Freiheit jenseits jeglicher Grenzziehungen erleben lassen. Rabih Lahoud, Vokalist mit Wurzeln im Libanon, findet mit dem Trompeter Marcus Rust, dem Pianisten Clemens C. Pötzsch und Demian Kappenstein am Schlagzeug zu einer dichten Kommunikation, die Einflüsse aus orientalischer Kulturtradition, Klassik und Jazz in einen faszinierenden Fluss der Improvisation versetzt. Das dritte Album der Band strahlt Reife aus, ohne dass die Musik an Spontaneität eingebüßt hätte. Die häufig arabisch vorgetragene, oft aus der Situation heraus entwickelte Poesie Lahouds verknüpft sich mit den Instrumentalklängen zu einem vielfarbigen Spektrum wechselnder Stimmungen zwischen Meditation und Expressivität. Musik direkt aus dem Herzen."
(Für die Jury: Bert Noglik)

 

 

30.06.2017 | MASAA - Outspoken - CD der Woche bei NDR Info (Vorgestellt von Thomas Haak)

Geschichten aus 1001 Abend

Masaa ist das arabische Wort für Abend. Eine Zeit des Tages, in der man sich trifft, um sich auszutauschen. Man erzählt sich Geschichten, kommuniziert. Dieses Bild steht für die Spielhaltung der deutsch-libanesischen Band und der Poesie ihres Sängers Rabih Lahoud, der auf "Outspoken" auf Arabisch, Französisch, Englisch und sogar Deutsch zu hören: "Ich bin eben nicht nur ein französischsprachiger Araber aus dem Libanon, sondern längst in Deutschland zuhause", sagt Lahoud, der in den vergangenen 15 Jahren beide Kulturen aus einer Art Zwischenweltperspektive erlebte. Als Kind katholischer Maroniten 1982 im Libanon geboren und aufgewachsen, entwickelte er bereits in jungen Jahren eine Aversion gegen Dogmen und Klischees. In Gestalt des Trompeters Marcus Rust und dessen Dresdener Kommilitonen Clemens Pötzsch (Piano) und Demian Kappenstein (Schlagzeug und Perkussion) fand Lahoud hierzulande Gleichgesinnte, mit denen er derlei Untiefen seit 2011 mit Bravour umschifft.  

 

 

Masaas künstlerische Geschlossenheit speist sich aus der weltoffenen Vielfalt ihrer Mitglieder. Grundlage ist die Improvisation, die im Jazz wie in der arabischen Klassik eine grundlegende Rolle spielt. Zwar gibt es für jedes Stück einen Komponisten, dennoch sind nur wenige komplett notiert. Häufig werden lediglich die Grundstimmung und einzelne Zielmarken festgelegt. Das dies funktioniert, liegt am Reifeprozess der Band. Während ihr zweites Studioalbum "Afkar" noch die eindrucksvolle Momentaufnahme einer Suche darstellte, dokumentiert "Outspoken" den vorläufigen Endpunkt einer Entwicklung, die durch zahlreiche Auftritte - vor allem in Nord- und Schwarzafrika - befeuert wurde: "Outspoken" wirkt runder und klarer als seine Vorgänger, kommt schneller auf den Punkt. Die Musik hat einen unglaublichen Flow, eine ausgeklügelte Dramaturgie, ist emotional sehr intensiv und besticht stets mit einem Trompeten- und Flügelhorn-Sound, der an Nähe und Wärme kaum zu überbieten ist. Wobei sich dieser diesmal auch ins Reich der elektronischen Verfremdung traut. Überhaupt wirken Masaa auf "Outspoken" viel gelöster und unbefangener als zuvor. Man traut sich nicht nur ungewöhnliche Sounds, sondern auch vergleichsweise einfache Harmonien, agiert emotional aus dem Moment heraus. Das Ergebnis ist ein bewegendes Plädoyer für Offenheit und Verständigung - kreiert von grenzüberschreitenden Freigeistern.

 

18.06.2017 | Brücken zwischen Ost und West | 13. Morgenland Festival startet mit Fokus Libanon
(Tom Bullman Osnabrücker Zeitung)

 

Der Libanon zu Gast in Osnabrück: Das Morgenland Festival hat das Land am Mittelmeer zum Länderschwerpunkt erkoren. Und so trafen die Besucher des Festivals schon am ersten Wochenende auf zahlreiche Musiker, die entweder aus dem Libanon stammen oder dort leben.

Mit tiefer Stimme singt Rabih Lahoud in der Lagerhalle „Ya insan“, „Oh Mensch“. Begleitet vom Pianisten Clemens Pötzsch, verwandelt er seinen Stimmduktus, verfällt in eine sanfte Tonlage, schraubt sich alsbald in Countertenor-Gefilde, derweil Trompeter Marcus Rust die arabisch geprägten Melodie-Linien aufnimmt und variiert. Masaa heißt die Band, die europäischen Jazz mit der Musik des Mittleren Ostens zu einer einzigartigen, homogenen Melange verschmilzt. Sänger Lahoud ist der Frontmann der Band. Er wuchs im Libanon auf, kam aber schon bald nach Deutschland, um hier Musik zu studieren. In Osnabrück wurde er jetzt zu einer Art musikalischem Ankermann, denn bereits bei der Eröffnung des Morgenland Festivals in der Marienkirche spielte er eine zentrale Rolle.

Dort verband sich Lahouds fantastische Stimme mit den getragenen Klängen der Orgel, bis sich ein Saxofon einmischte. Dann setzten sich die Musiker in Bewegung: Von der Orgelempore schritten sie zum Altar der Marienkirche und trafen dort auf einen Ney-Spieler, der die orientalische Längsflöte virtuos beherrscht. Er begab sich in ein schillerndes Zwiegespräch mit dem Saxofon – bis auch der Orgelspieler zum Konzertflügel auf der Bühne vor dem Altar gewechselt war. Der Dialog, der hier zwischen der Musik des Ostens und Westens stattfand, wurde auf eine geografisch-physische Ebene gehoben.

 

Musik verbindet

 

Pianist Florian Weber hatte diese Kooperation exklusiv für das Morgenland Festival initiiert: Zusammen mit Rabih Lahoud, der deutschen Flötistin und Saxofonistin Anna-Lena Schnabel und dem syrischen Ney-Virtuosen Moslem Rahal bildete Weber dieses außergewöhnliche Ensemble, das musikalische Brücken zwischen Morgen- und Abendland baute.

Fulminant wurde das grenzüberschreitende Klangerlebnis, als der Salam-Syria-Projektchor unter der Leitung von Jörg Mall sich zu dem Quartett gesellte, um von Weber arrangierte, traditionelle arabische Lieder zu interpretieren. Bei dem Lied „Al Eyn“ bekamen sie zusätzlich Unterstützung von dem Bassisten Tony Overwater und dem deutschen Perkussionisten Ruven Ruppik, die zuvor mit der libanesischen Sängerin Rima Khcheich in der Marienkirche aufgetreten waren. Mit ihrem Ensemble aus niederländischen und deutschen Musikern verbandelte sie modernen Jazz mit den Liedern der arabischen Klassik.

„Haflet Taraf“ heißt ein moderner Song von dem libanesischen Komponisten Rabih Mroué. „Es wird viel Blabla über den Frieden gesprochen, aber die wenigsten tun etwas“, übersetzte Khcheich den Inhalt des Liedes und sprach damit vielen aus der Seele, die sich mit den Kriegen in der Welt und ihren Folgen nicht abfinden wollen. Die Flüchtlingssituation hatte den künstlerischen Leiter, Michael Dreyer, motiviert, den Libanon in den Fokus seiner diesjährigen Veranstaltungen zu stellen.

Regelmäßige Besucher des Festivals wissen, dass er gern Musiker einlädt, die ungewöhnliche Klangerlebnisse ermöglichen. So traf in der Lagerhalle der französische Kontrabassist Renaud Garcia-Fons auf Derya Türkan, der die Kemençe spielt, eine türkische Kastenhalslaute. Es traten zwei Saiteninstrumente, die unterschiedlicher nicht sein können, in eine spannende Konversation: Hier die kleine, geradezu filigrane, dreisaitige Istanbul-Kemençe, dort der eigentlich behäbige Kontrabass, der von Garcia-Fons allerdings so virtuos gehandhabt wird, als sei er ein Teil von ihm. Ausgefallene Streich- und Klopftechnik sowie der Einsatz einer Loop-Station, mit der er ein kontinuierliches Fundament für die weltmusikalischen Melodien und Improvisationen bildete, sorgten beim Publikum für Begeisterung.

Stehende Ovationen provozierte schließlich der Auftritt von Masaa. Drei Zugaben forderte das Publikum von Rabih Lahoud und seiner Band, weil es sich an der außergewöhnlichen Jazzvariante nicht satthören konnte.

 

 

06.05.2017 | Interview mit Rabih Lahoud zum neuen Masaa-Album "outspoken" (aus greenbeltofsound.de)

 

 

Ein freigeistiges Instrumentalquartett und eine herausragende Männerstimme – das sind die Zutaten für die vielleicht glücklichste Verbindung von Jazz und arabischer Färbung, die sich derzeit in Deutschland finden lässt. Das Quartett Masaa ist auf seinem dritten Album Outspoken zur Meisterschaft gereift: Die Stücke haben nun die Stringenz von Popsongs, und wie Geistesblitze fliegen die Improvisationen zwischen der Stimme des gebürtigen Libanesen Rabih Lahoud und der Trompete von Markus Rust hin und her. Am Piano liefert Clemens Pötzsch vorwärtsdrängende Akkorde und lyrische Passagen, erfindungsreich gestaltet Perkussionist Demian Kappenstein die perkussive Arbeit, auch mit Schrotteilen und Glöckchen. Anlässlich des Release habe ich mit Rabih Lahoud gesprochen.

 

 

Rabih, euer drittes Album heißt Outspoken. Dass ihr diesen Titel so formuliert habt, könnte ja implizieren, dass auf den Vorgängern noch eine Vorsicht da war, dass Manches nicht so direkt ausformuliert wurde.

Rabih Lahoud: Der Titel Outspoken signalisiert auf jeden Fall eine Weiterentwicklung von uns als Musikern, und auch von mir selbst als Sänger und Texter. Ich habe selbst das Gefühl, dass das jetzt gerader ist und stärker nach vorne ausgesprochen. Ich habe das im Rückblick wahrgenommen: nach der Einspielung habe ich die älteren Aufnahmen angeschaut, und auf meine Stimme, auf die Art des Zusammenspiels geachtet. Und da hatte ich sofort den Eindruck, dass jetzt alles klarer ist, wie ein Spiegel, der sauber gemacht wurde. Der Titel der CD hat aber auch damit zu tun, dass so viele verschiedene Botschaften durch die unterschiedlichen Sprachen drinstecken: Die Möglichkeit, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das sagen zu können, was einen gerade bewegt.

 

Mein Eindruck ist, dass deine Stimme einerseits direkter im Ausdruck geworden ist, andererseits aber auch nuancierter, feinsinniger.

Lahoud: Die Stimme ist klarer, sofort da, sie ist durchdringender, hat mehrere Farben bekommen, sie kann viel mehr unterschiedliche Emotionen ausdrücken als früher. Ich habe das Gefühl, meine Lebenserfahrung hat dahin geführt, dass ich jetzt so singen kann.

 

Viele der Stücke sind unter vier Minuten. Könnte man sagen, dass da eine größere Nähe zum Songhaften, sogar zum Popsong da ist?

Lahoud: Der Gedanke der Knappheit oder was man auf eine CD tut, hat uns immer beschäftigt. Viele haben die CDs gehört und gesagt: Wir haben auf der Bühne etwas ganz Anderes erlebt, das kann man ja eigentlich gar nicht transportieren. Und irgendwie stimmt das. Was auf der Bühne zu hören ist, ist die Wiederbelebung einer Idee, und was diese Idee ist, kommt jetzt klarer heraus. Vielleicht kann man diese Knappheit, diese Stringenz „Pop“ nennen. Letztendlich findet Masaa auf der Bühne statt, was man als CD mitnimmt, sind nur die Samen dessen, was auf der Bühne weiter wächst. Für mich ist das jetzt stimmig: Auf der CD ist eine Momentaufnahme, und auf der Bühne erlebt man, was mit dieser Idee weiter passiert, wenn sich diese vier Menschen unterhalten, in der konkreten Situation, mit diesem Gefühl, vor diesen Menschen.

 

Du erzählst ja eigentliche keine Geschichten, deine Texte sind manchmal nur Dreizeiler: Würdest du sie als in Worte gefasste, Gefühlszustände, Traumbilder, Aphorismen bezeichnen?

Lahoud: Mich hat die japanische Form des Haiku immer sehr beeindruckt, denn sie bedeutet ja immer ein Innehalten. Ich habe mein Leben als eine Reihung von Stressmomenten erlebt, als Rennen zu etwas oder jemandem hin. Ich habe mich immer danach gesehnt, bei einem Wort oder Gefühl stehen zu bleiben und ihnen die Zeit zu geben, die sie brauchen. In diesem Moment bin ich kein Dichter, sondern ein Mensch, der die Pause-Taste drückt, der ein Gefühl betrachtet. So entstehen meine Texte. Es ist diese Sehnsucht, nicht mehr rennen und ganz viel sagen zu müssen, sondern ein Wort auszuloten und zu schauen, was aus diesem einen Wort alles rauskommen kann.

 

Hast du bei dieser Arbeitsweise irgendwelche Vorbilder, möglicherweise auch aus der arabischen Dichtung, etwa Mahmoud Darwish oder Adonis?

Lahoud: Nicht absichtlich. Natürlich kenne ich das, als Jugendlicher habe ich sehr viel gelesen und Musik gehört, da war ich ein Freak, der gar nicht so viel draußen macht. Das geschieht also sehr unbewusst. Khalil Gibran ist auch ein wichtiger Autor für mich, durch seine Art tief nachzudenken und Dinge so auszudrücken, wie es niemand anders macht. Diese Bewunderung kommt vielleicht bei den Masaa-Texten raus.

 

Gehst du mit der arabischen Sprache wie mit einer Muttersprache um oder ist durch das Deutsche, das ja auch schon seit langer Zeit in deinem Alltag ist, eine gewisse Distanz da?

Lahoud: Ich habe mich nie einem Land oder einer Kultur zugehörig gefühlt, nie. Das Gefühl der Zugehörigkeit oder einer Vergangenheit war für mich immer schwer zu verstehen. Ich hatte immer Sehnsucht, zu vielen unterschiedlichen Richtungen und Denkarten zu gehören, viele unterschiedliche Leute kennenzulernen. Das war bei mir immer „angeboren“, ich kann mich an nichts anderes erinnern. Und das kommt jetzt mit den verschiedenen Sprachen raus, in denen ich singe. Denn jede Sprache, in der ich Freundschaften aufgebaut habe, wird für mich zu einer Muttersprache. Die Beziehungen, die in dieser Sprache entstanden sind führen mich durch das Sprechen und die Wortwahl zu einem emotionalen Ursprung. Ich empfinde mich nicht als Arabisch sprechenden Menschen, das ist fast eine Art Zufall. Als Hauptsprache hatte ich Französisch ohnehin auch parallel, damit bin ich genauso aufgewachsen. Für mich ist das ein Appell an meine Umgebung, dass die eigene Kultur eine Möglichkeit der Kommunikation ist, dass man aber als Mensch auch die Fähigkeit hat, sich noch mehr zu öffnen, auch alles Andere emotional tief zu empfinden.

 

Wenn du auf Französisch, Englisch oder Deutsch dichtest, hast du dann andere Themen als wenn du Arabisch schreibst, bzw. andersherum gefragt: Wenn ein Text sich in deinem Kopf sich formiert, weißt du dann schon: Dieses Gedicht muss ich in einer bestimmten Sprache schreiben?

Lahoud: Das kann ich schwer beschreiben. Ich empfinde eine musikalische oder melodische Atmosphäre, die mich dann zu einer Sprache hinzieht. Das kann es sein. Zum Beispiel war es bei dem französischen Titel „Ta Voix“ so, dass Markus, unser Trompeter, eine Idee mitgebracht hat und ich sofort gefühlt habe, dass das französisch werden muss. Da habe ich den Text im Proberaum in ein paar Minuten geschrieben. Vor dem deutschen Titel hatte ich am meisten Respekt, ich fragte mich, ob ich das überhaupt kann. Der Text war hier schon vorher da, und hier bin ich vielleicht am ehesten ein Dichter gewesen. Ich habe die deutsche Sprache auch wirklich mit Büchern gebüffelt und Prüfungen abgelegt. Daher ist sie ist für mich mit Gedankentiefe verbunden, auf einer intuitiv-intelektuellen Ebene.

 

„Fuädi“ sticht als Stück heraus, das wirklich deutlich arabisch verortet ist: Welchem Rhythmus liegt das zugrunde?

Lahoud: Er hat glaube ich keinen bestimmten Namen, ich bin nicht sehr bewandert in den Rhythmen. Diesen Fünferrhythmus aber mit dieser Unterteilung habe ich öfters gehört, das war tatsächlich die Grundlage der Melodie. Und darüber die Dreivierteltonmelodie ,die in zwei Maqams steht, Bayati und Saba. Der Bayati hat etwas mit Liebe zu tun, Saba mit Schmerz. Ganz am Schluss ändert sich ein Ton, und dann wird es zu Schmerz, der Ton wird „verschmerzt“. Das Interessante ist, dass sich dieser Ton Dur-artig anhört für uns hier, in der arabischen Kultur aber ist er mit Schmerz oder mit Trauer verbunden. Diese Unendlichkeit des Ausdrucks in den arabsichen Maqams, die kann ich jetzt mit meiner Stimme auch mit Selbstsicherheit ausnutzen.

 

Das Französische ist auch sehr wichtig im neuen Repertoire. Wie ist dein Verhältnis zum Chanson, gibt es da Inspirationen?

Lahoud: Jacques Brel ist auf jeden Fall jemand, der mich immer beeinflusst hat, den habe ich privat, während meines Studiums und auch in kleinen Konzerten gesungen. Ebenso die Piaf. Die Art der französischen Stimme hat etwas, was mich sehr berührt. Ich empfinde mich andersklingend, wenn ich französisch singe. Seit ich Kind bin, bin ich von den Chansons geprägt. Diese zwei Persönlichkeiten, das Arabische und das Französische, die sind gleichzeitig in mir aufgewachsen, ohne sich so zu verändern, dass sie sich gegenseitig annullieren oder sich durch Integration verändern würden. Im Gegenteil, sie werden sogar immer stärker in ihren Eigenheiten, das ist das, was ich bei Konzerten beobachte, wenn ich singe. Das Chansongefühl, das mich als Kind bewegt hat, ist immer noch da, wenn ich es abrufe.

 

Inzwischen habt ihr auch im Libanon getourt: Wie ist eure Musik da angekommen? Wurde sie als „deutsch“ empfunden oder konnten die Leute durch deine Texte einen direkten Bezug aufbauen?

Lahoud: Wir waren im Libanon in den Universitäten mit jungen Menschen in Kontakt und ich hatte das Gefühl, dass unsere Musik eher als europäisch empfunden wird. Ich hatte das auch so erwartet, denn sie ist nicht ein Puzzlestück, das da irgendwo in die Kultur reinpasst. Sie ist kantig, eckig, hat einen eigenen Charakter. Als die Texte dann im Raum gewirkt haben, hat man gemerkt, wie die Leute sehr emotional wurden. Das ist das, was meine erste Heimat braucht: Eine neue Sprache auf neuen musikalischen Wegen zu entwickeln, um sich ausdrücken zu können. Sie leben dort schon so lange in Dingen, die sich kulturell nicht weiterentwickeln. Man merkte diese Sehnsucht nach neuen Straßen für die Sprache und die Musik.

 

(c) Stefan Franzen

 

22.03.2017 | »East-West-Symphony« feierte in Lahr Premiere

 

Das neue Weltmusikprojekt von Bernd Ruf führt unterschiedliche Klangwelten zusammen. Okzident und Orient begegnen sich – aber auch Klassik, Folklore und Jazz, die Tonsprache von alter und neuer Musik.

Mit dabei: Masaa, ein junges Quartett um den libanesischen Sänger Rabih Lahoud und den aus Schwerin stammenden Trompeter Marcus Rust. Gemeinsam mit Clemens Pötzsch (Klavier) und Demian Kappenstein (Schlagzeug), haben sie arabische Lyrik, Folklore und zeitgenössischen Jazz zusammengeführt.

 

Georg Friedrich Händel, ein Meister des Frühbarocks, hat viele seiner Opern im arabischen Raum angesiedelt. Seine Ouvertüren, Arien und Rezitative standen am Mittwochabend nicht einfach als Gegenposition zu der bisher noch nie mit Orchester aufgeführten Musik des Ensemble Masaa im Raum. Die Akteure, zauberten, verführten und umgarnten, warteten mit musikalischen Verschränkungen und fließenden Übergängen auf, die das Lahrer Publikum immer wieder beeindruckten. (aus Baden online; 24.03.2017;  von Jürgen Haberer)

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Als einen "Coup" bezeichnete der Crossover-Spezialist Bernd Ruf am Mittwochabend in der Lahrer Stadthalle das Engagement der Band Masaa als Ersatz für das Duo Irit Dekel und Eldad Zitrin, das ursprünglich für das Konzert mit der Philharmonie Baden-Baden angekündigt war. Stattdessen stand nun "Händel in Arabia" auf dem Programm. Die Idee – Rufs Lebensthema, wenn man so will – blieb aber die gleiche: Klassische Musik, Jazz und Weltmusik sind bei ihm keine Gegensätze, sondern ergänzen sich zu einem Klangkosmos, der Kulturen verbindet.(aus Badische Zeitung, 24.3.2017, Juliana Eiland-Jung)

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02.02.2017 | Rabih Lahoud erhält Integrationspreis für internationales Chor-Projekt

Aus vollster Kehle und mit leuchtenden Augen schmettert der Pop-Chor seine Lieder in den Ratssaal. Rund 40 Kinder und Erwachsene singen abwechselnd auf Deutsch und Arabisch die Zeilen des Liedes „Dann geh doch mal in meinen Schuhen“. Rabih Lahoud verbindet mit seinem internationalen Pop-Chor Monheimer unterschiedlicher Herkunft.

Am Donnerstag, 2. Februar, wurde er dafür mit dem Integrationspreis der Stadt Monheim am Rhein ausgezeichnet.

Pressemitteilung der Stadt Monheim am Rhein

Rheinische Post vom 06.02.2017
Lokalkompass.de Nachrichten für Monheim am Rhein

14.11.2016 | Der Workshop "Chor interkulturell: türkisch-libanesisch-deutsch" des Programms „Brückenklang“ führte fünfzig Sängerinnen und Sänger am 13. November in die Musikschule Oberhausen. Weiter lesen....

06.10.2016  | "Rabih Lahoud ist ein Könner" (Kölner Stadt-Anzeiger; Konzert mit dem Tabadoul Orchestra)
"...... Dass er ein Könner ist, merkt man sofort: Rabih Lahoud drückt dem Spiel seines Orchesters den Stempel der Besinnlichkeit auf, wenn er sich durch sämtliche Tonlagen singt, die die menschliche Stimme so erreichen kann. Er macht aus der Party der begnadeten und ihre Witzchen reißenden Musiker eine Session der Besinnung. Er ist der Gegenpol, der trotzdem passt wie der Deckel zum Pott, in dem es brodelt und pocht."

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tab kritik lev 16 2.pdf
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21.05.2016 | „Masaa“ eröffnet klangvoll das Greizer Jazzwerk
Wie ein sanfter, warmer Wüstenwind durchwehte die wundervolle Musik der Gruppe am Donnerstag die Greizer Stadtkirche St. Marien zur Eröffnung der 17. Auflage des Festivals. Poesie und Improvisation: Das libanesisch-deutsche Quartett „Masaa“ vereint die Musik des Orients und des Okzidents. Weiter lesen….

 

28. Dez. 2015 | 20 Uhr    QUADRIVIUM mit Rabih Lahoud in der Kölner Philharmonie

Im Schnittfeld von Jazz, Klassik, neuer Musik und elektronischen Experimenten forscht Markus Stockhausen unablässig nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Als Gastsolist erlebt das Kölner Publikum den libanesischen Sänger Rabih Lahoud, der schon manches Projekt mit Markus Stockhausen aus der Taufe hob.

 

07.07.2015  | VIDEO | Masaa feat. Yael Deckelbaum – who we are

Wir hatten eine wunderbare Tourwoche mit der israelischen Sängerin Yael Deckelbaum. Hier unsere erste gemeinsame single “Who we are“!

Dazu passt auch der Artikel in “dasFachblatt.de – online Portal der Musikszene
Zitat: “Nun schreiben MASAA und Yael Deckelbaum auf Deutschlands neutralem Boden gemeinsam Songs auf Hebräisch und Arabisch und senden sie in aller Herren Länder. Auch, wenn gegenwärtig noch nicht an gemeinsame Konzerte in den Heimatländern von Rabih Lahoud und Yael Deckelbaum zu denken ist – in Deutschland ist die Zeit reif.”

 

06.02.2015 | 20:00 | WDR Köln, Klaus-von-Bismarck-Saal | “Search For Buddha”  von Sandesh Shandilya -Uraufführung-

Der junge Prinz Siddhartha führt ein behütetes Leben, in dem all seine Bedürfnisse mehr als erfüllt werden. Dennoch sucht er nach Wahrheiten und begibt sich in ein Leben aus Armut, Askese und Meditation, bis er zum Buddha erwacht und seine Weisheit von innerer Freiheit und Glück an die Menschen weitergeben kann.
Der indische Filmmusikkomponist Sandesh Shandilya, erfolgreich durch zahlreiche Bollywood-Filme, hat aus dieser Geschichte eine Art Musical-Oper geschrieben. Als eine musikalische Reise angelegt, soll sie mit der Botschaft der Verbindung auch kulturelle Grenzen überschreiten. In der Musik verbinden sich indische, tibetische und andere asiatische Elemente mit dem Klang des modernen westlichen Sinfonieorchesters, des Chores und der SolistInnen.